Platten des Monats

 

achtziger-groover
Lenny Kravitz – Strat

Strut_cover_Lenny_KravitzWährend alle anderen den 60er und 70er Jahren hinterherhecheln, stolziert Herr Kravitz (frei dem Album-Titel nach) stattdessen lieber durch die Achtziger. „Dirty White Boots“ und „Sex“ klingen schwer nach INXS, „New York City“ erinnert an bessere Stones-Nummern. Das ist okay, aber dass Lenny am besten ist, wenn er es einfach gitarristisch erdig hält, zeigen straightere Riffgroover wie „Strut“ oder „I’m a Believer“. Hier hört man die Amps dampfen und vor allem den Funken überspringen.

Wertung: 3,5/5
Marcel Thenée

stöner-metäl
Orange Goblin – Back from the Abyss

BookletImposcs5.5.inddWas herauskommt, wenn man Stoner-, Motörhead-, Sabbath- und Heavy-Metal-Einflüsse zu einer ganz ureigenen Riff-Melange zusammenbraut, zeigen diese Briten hier. „The Devil’s Whip“ peitscht einem in bester Motörhead-Manier den Kitt aus der Brille, „Demon Blues“ sichert sich mit seinem tonnenschweren Strophen-Riff sofort einen Platz in der heimischen Beer-Drinkers-&-Hell-Raisers-Jukebox, und das mystisch-finstere „The Abyss“ zeigt einmal mehr, was man aus voll aufgerissenen Orange-Amps so alles rausholen kann. Voll auf die Zwölf!

Wertung: 5/5
Marcel Thenée

groove-fuzz-funk
Prince & 3RDEYEGIRL – Plectrumelectrum

prince-plectrumelectrumNach etlichen musikalischen Selbstfindungstrips und einigen mauen Alben scheint sich Prince nun endlich wieder gesammelt zu haben. Hier grooven die Drums („Pretzelbodylogic“) zusammen mit der Riff-Klampfe, es dampft der Seventies-Zeppelin-Fuzz („Whitecaps“), und die Spielfreude bleibt auch nie auf der Strecke. Prince’ liebreizende Sidekicks von 3RDEYEGIRL an Bass, Drums und Gitarre haben daran einen nicht unwesentlichen Anteil. So viel Eier, Groove-, Funk-, Jam- und Riff-Potential hatten die gefühlt letzten zehn Prince-Platten zusammen nicht.

Wertung: 4,5/5
Marcel Thenée

cover-rock
Bryan Adams – Tracks of My Years

220px-Bryan_Adams_-_Tracks_of_My_YearsDie Beatles, Chuck Berry oder Creedence Clearwater Revival – auf seinem neuen Album setzt Bryan Adams den Hits und Helden seiner Jugend ein Denkmal. Richtig interessant wird es jedoch, wenn der Kanadier den offensichtlichen Pfad verlässt und mit Überraschendem aufwartet – etwa einer angenehm zurückhaltenden Version von Bob Dylans „Lay Lady Lay“ oder seiner Version des Bobby-Hebb-Klassikers „Sunny“. Mit „She Knows Me“ ist zudem ein neues Stück mit an Bord. Die Deluxe-Version enthält fünf weitere Titel und ist zumindest für Fans eine echte Überlegung wert.

Wertung: 3,5/5
Chris Hauke

metal-soundtracks
Slipknot – the Grey Chapter

slipknot-thegray-chapterSlipknots neues Album schlägt das erste Kapitel der Band ohne Bassmann Paul Gray und Schlagzeuger/Komponist Joey Jordison auf. Zum Zeitpunkt der Listening-Session waren die neuen Mitmusiker noch nicht bekannt, lieferten aber auf den 14 Titeln ganze Arbeit. Wie gewohnt verbinden die Maskenträger aus Iowa prügelharten Metal in Tiefstimmung mit soundtrackartigen Passagen, Effekten und Industrial-Anleihen. Hinzu kommt Corey Taylor, der mal schreit, mal stakkatoartig Texte rausrattert, aber immer wieder auch melodische Refrains beisteuert. Die Kompositionen sind selten nach Schema F aufgebaut.

Wertung: 4/5
Ulf Kaiser

für die Zukunft (14.11.14):

desert-rock
Brant Björk – Black Power Flower

brant-bjork-black-power-flowerEiner der größten Nachteile von Vista Chino war, dass sie Brant Bjork davon abgehalten hat, weiter an seinem Solomaterial zu arbeiten. Doch nun ist der „king of cool“ zurück, mit einem überraschend aufgeregten Album. Wer eher die lässigere Gangart vom Desert-Rocker erster Schule gewohnt ist, wird sich bei Black Power Flower noch umgucken. Ob der aggressivere Sound nun der neuen Begleitcombo The Low Desert Punk Band oder doch den bekannten Ereignissen mit ehemaligen Band-kollegen geschuldet ist, dürfte egal sein – er steht dem Meister gut zu Gesicht.

Wertung: 4/5
Bolle Selke

zurück






guitar für iPad


















Aktuelle Ausgabe


Aktuelle Ausgabe guitar acoustic