Interview: Massendefekt aus Meerbusch
10.08.16

Sebastian, euer letztes Werk Zwischen gleich und anders ist auf Platz 33 der Charts gelandet, der aktuelle Longplayer Echos hat diese Marke getoppt und ist auf Rang 23 eingestiegen. Ist es sinnvoller, Stück für Stück zu wachsen, als plötzlich hochgeschossen zu werden?

Sebastian Beyer:
Ich denke schon. Es ist immer tödlich, wenn man von jetzt auf gleich einen Mördererfolg hat und sich das nicht wirklich erarbeitet hat. Wenn man Schritt für Schritt immer ein bisschen mehr erreicht, ist das gesünder für die Fans – und auch für das eigene Ego.

Foto: Viktor Schanz

Du schreibst die Texte bei Massendefekt. Wie findet man die für sich passende Kombination aus persönlichen Perspektiven und politischen Statements?

Wir waren grundsätzlich immer eine Band, die gesagt hat: „Wir wollen Musik machen und keine Politik. Dafür sind andere da.“ Beim aktuellen Album hat sich das geändert. Im Song „Neue Helden“ sind wir in dieser Hinsicht konkreter geworden, denn momentan läuft wirklich viel Kacke in unserem Land. Das haben wir in einen Song verpackt. Wenn man auf Deutsch singt, exponiert man sich ja ganz anders als in englischer Sprache. Es ist also schon eine große Verantwortung, die man da als Texter hat ...

Man muss sich schon gut überlegen, wie man damit umgeht. Es kommt immer darauf an, wie es verpackt ist. Dass man nicht einfach nur stumpf rausbrüllt: „Das und das ist scheiße.“ Wir legen großen Wert auf Texte. Ich hoffe, das hört man bei Echos auch raus. Es gibt ja auch ein paar gute Beispiele für politische Texte in deutscher Sprache.

Magst du Namen nennen?


Die Donots haben mit Karacho ein großartiges Album hingelegt. Oder Adam Angst. Was noch? Die alten Slime-Nummern. Das ist natürlich jetzt richtiger Punk, aber textlich schon gut. Eventuell auch noch ZSK. Bei denen ist es ganz klar, wo sie stehen. In Sachen Equipment habt ihr einen klaren Standpunkt. Du setzt wie dein Kollege Claus Pütz auf Modelle aus dem Hause Fender. Es fing damit an, dass wir mal Charvel-Gitarren ausprobiert haben, die ja auch unter Fender laufen. Mittlerweile habe ich eine Roadworn Telecaster und bin damit sehr glücklich. Ich habe das komplette Album damit eingespielt. Ich liebe diese Gitarre. Eine Tele hört man immer raus. Großartig. Claus spielt nach wie vor Charvel.

Du bist in Sachen Equipment ein ziemlicher Purist.


Stimmt, ich bin da ganz minimiert. Die Tele läuft in ein Orange-Topteil, auf der Bühne habe ich dazwischen nur noch ein Marshall-Gov’nor-Zerrpedal. Das verwende ich allerdings nur für den Clean-Kanal, damit der leicht angezerrt wird. Ansonsten spiele ich trocken über den Orange. Ach ja: Ein Noise-Gate habe ich noch. Das ist bei einer Tele natürlich ab und zu mal ein bisschen nötig.

 

Echos, das ist punkiger Rock in radiotauglichem Gewand – durchaus „poppig“ im positiven Sinne. Hier könnt ihr in das aktuelle Album reinhören:


 

Text: Chris Hauke

 

Dieses Interview sowie weitere Storys, Song-CD, Notenmaterial und Workshops findest du in der Ausgabe 08/2016.  Heft am Kiosk verpasst? Kein Problem, hier könnt ihr euch die Ausgabe jederzeit bestellen.



 
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