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Interview: Emil Bulls

Die einen nennen es Alternative Metal, ältere Semester Nu Metal, Stoner oder Modern Metal. Egal wie, irgendwie finden sich diese Stile alle in den mächtigen Songs der Münchner Lokalmatadore wieder. Wir quatschten mit Stephan Karl „Moik“ und Andy „Bocko“ Bock über das neue Album Love Will Fix It, Stilvielfalt, eigenes und kollektives Songwriting und über Profiler mit Pedal… 

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Bild: Janis Hinz

Stephan, Andy, ihr seid beide überzeugte Kemper-Nutzer. Wie habt ihr denn euren Gitarren-Sound für Love Will Fit It zusammengebaut?

Stephan Karl: Andy und ich haben im Vorfeld zu den Aufnahmen noch intensiver an den Kempern herumgetüftelt als jemals zuvor. Am Ende waren das nicht nur ein oder zwei Stunden, sondern eher so vier bis fünf Tage des Ausprobierens. Dann haben wir gemerkt das wir noch einen Switcher von Lehle haben und mit dem Precision Drive von Horizon Devices auch noch einen speziellen Treter hinzugenommen, der den digitalen Sounds des Kempers ein bisschen mehr organischen Sound hinzufügt.

Den Precision-Drive von Horizon Devices habt ihr dann nur im Studio eingesetzt, oder auch in eurem Live-Set auf Tour?

Stephan Karl: … den haben wir im Studio als Pedal vor dem Kemper verwendet, und das machen wir auch live so.

Also nicht als Profile, sondern tatsächlich vor dem Kemper in der Schleife?

Stephan: Ja, genau. Das ist tatsächlich entscheidend für den Sound gewesen, auch weil das auf diese Weise organischer klingt. Beim Kemper hast du so ein bisschen digitale Verzerrung, die mich immer gestört hat, das ist durch das Horizon-Pedal jetzt deutlich anders ausgefallen.

Habt ihr selbst Profile am Kemper erstellt, oder euch ein spezielles Profil gesucht?

Nö, wir haben uns einfach die Benutzeroberfläche vom Kemper auf den Rechner gezogen, damit ist es einfacher die Sounds zu gestalten und zu bearbeiten. Du kannst da die Profile nicht mehr groß ändern, aber zum Beispiel etwas Zerre hinzufügen oder rausnehmen und so weiter. Ein oder zwei Frequenzen mussten wir am Ende noch einmal überarbeiten, waren damit dann aber sehr zufrieden.

Nehmt ihr live dann die Profile aus dem Studio mit, oder benutzt ihr für live noch einmal spezielle Versionen?

Stephan: Wir haben tatsächlich mal eine genaue Live-Probe mit den Profiles gemacht und am Ende festgestellt, dass man live, im Gegensatz zum Studio ziemlich viel Overdrive rausnehmen muss, damit es funktioniert.

Andy: … sonst setzt sich der Sound einfach nicht durch …

Stephan: … weswegen wir auch den Precision Drive haben, den wir ja auch live einsetzen. Ich bin mir sogar zu 90 Prozent sicher, dass wir live auch das Profile von der aktuellen Platte mit dabeihaben, da dann aber extrem viel Overdrive rausgenommen haben.    

Gab es etwas, das ihr nur im Studio eingesetzt habt?

Stephan: Was wir tatsächlich nur im Studio benutzt haben, ist eine Bariton-Gitarre von Third Eye Guitars. Mit der Gitarre haben wir so ziemlich alle Rhythmus-Spuren auf Love Will Fix It eingespielt.

Andy Bock: Das hat sich die letzten beiden Platten bei unseren Aufnahmen im Studio etabliert. Den Tipp haben wir damals von Christoph Wieczorek von Annisokay bekommen. Der ist wiederum super versiert im Studio und hat uns gesagt, dass er nur noch mit den Gitarren von Third Eye aufnimmt. Er spielt sie übrigens auch live. Die Gitarren sind sehr stimmstabil, bei denen hast du am Ende auch ein Tuning-Problem weniger, sie haben einen super klaren Sound und sind jetzt auch nicht so extrem teuer …

Was kosten die denn?

Stephan: … die kosten neu so um die 1500 Euro. Die kosten schon was, aber so eine Anschaffung ist ja auch eine Investition in die Zukunft. Wir werden ja jetzt auch nicht von heute auf Morgen unsere Gitarren hochstimmen, da ist eine Bariton für uns ideal.

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Bild: Marcel Thenée

Gab es sonst noch Spuren, die ihr mit anderen Gitarren im Studio eingespielt habt?

Stephan: Die Overdubs haben wir tatsächlich mit meiner alten, blauen Music Man eingespielt, und obwohl sie schon so alt ist, ist sie extrem stimmstabil und klingt super …

Andy: … und sie hat passive Tonabnehmer, was sich als sehr cool bei den Overdubs erwiesen hat.   

Wie schreibt ihr als Band zusammen an neuem Songmaterial?

Stephan: Wir machen das in der Regel so, dass jeder für sich daheim schon mal seine Ideen sammelt. Das kann dann alles von einem Riff bis zu einem ganzen Song sein. Dann fahren wir irgendwann als Band weg und arbeiten gemeinsam in Ruhe an den Ideen.

Eure Song-Mischung geht einmal mehr von poppig und sehr melodiös von „Levitate“ zu hartem Metal wie bei „The Devil Made Me Do It“. Wer ist denn in der Band für was zuständig?

Andy: Also tatsächlich kommen von mir meist die harten Sachen an Songideen, weil ich der Auffassung bin, dass die Kompetenzen für softere Song-Ideen woanders in der Band zu finden sind.

Stephan: Ja Andy ist für die härteren Sachen zuständig, und ich bin derjenige der eher für die softeren Sachen verantwortlich ist. Das war bei uns eigentlich immer schon so, ist aber auf diesem Album auf die Spitze getrieben worden bei Songs wie „Together“. Wir haben da aber keine Vorgaben in der Band, wer was machen darf. Wir schauen uns die Songs erstmal gemeinsam an, dabei ist es egal. ob der Song ein totaler Popsong oder ein Metal-Brett ist. Wenn wir das cool finden, dann machen wir das.

Andy: Es ist wahrscheinlich auch ein großer Vorteil, dass jeder von uns erstmal unabhängig voneinander schreibt und Ideen sammelt, da pfuscht einem im Vorfeld keiner in die eigene Idee rein, bevor man sie der Band präsentiert. Wenn sie dann nicht gut ist, dann ist sie einfach nicht gut. Klar kann man hier und da den ein oder anderen Part abändern, dann wird die Idee einfach gemeinsam „ver-Emil-Bull-isiert.“ Am Ende werden neue Songs bei uns immer im Kollektiv heruntergebrochen.

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Bild: Marcel Thenée

Lass uns noch über eure Gitarren sprechen. Stephan, du spielst seit Ewigkeiten deine Music Man, erzähl doch mal…

Stephan: Wir haben vor vielen Jahren mal bei einem Band-Contest in Dortmund mitgespielt, der von Music Man gesponsort worden ist. Zu gewinnen gab es eine Music Man Axis Sport. Und die haben wir gewonnen. Danach sind wir mit diesem Typen von Music Man ins Gespräch gekommen, und der hat uns noch ein paar weitere Gitarre gegeben. Ich habe eine Axis Super Sport, eine John Petrucci Siebensaiter, die spiele ich aber nicht mehr live, habe mit ihr aber zum Beispiel unser Album Porcelain aufgenommen. Live spiele ich noch eine SG für die etwas höheren Tunings.

Gitarren von Schecter sind aber auch ganz geil. Welche Pickups hast du in deiner Hellraiser drin?

Andy: Das sind EMG-81 TW am Steg und am Hals ein EMG-89 TW. Die Pickups sind splitbar auf Singlecoils, die Funktion benutze ich aktuell aber nicht mehr. Ich habe zu Hause noch einige Modelle mit passiven Seymour Duncans, die aber gerade auch nicht im Einsatz sind.

Marcel Thenée

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