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Suhr Modern Satin Flame Island Burst Limited Edition (guitar Test)

Suhr sind für Traumgitarren aus dem höherpreisigen Segment Made in USA bekannt. Dass die amerikanische Gitarrenschmiede jedoch nicht nur Träume von der Stange wahr werden lässt, sondern immer noch einen draufsetzen kann, beweisen Suhr mit ihrer limitierten Edition „Modern Satin Flame“.

Sandstrand im Gitarrengewand

Suhr Modern Satin Guitar Test Full

Als Testgitarre haben wir das Finish „Island Burst“ und die Erwartungen bei uns sind hoch. Die erste positive Überraschung kommt frühzeitig, denn bereits beim Öffnen des Koffers strömt uns ein wahnsinnig leckerer Schreinereigeruch entgegen. Den Koffer komplett geöffnet und da liegt er, der heiß ersehnte Inselschatz. Je nach Lichteinfall wirkt die Farbe der Gitarre ein wenig anders, und ihre wahre Pracht entfaltet die überwältigende Lackierung im Studiolicht. Einmal mit der Hand über den Gitarrenkorpus gestrichen und das Satin-Finish hat sein Soll erfüllt – ich bin gefesselt.

Selten hat sich mir eine Gitarre in der linken Hand als auch am rechten Arm so weich und angenehm angeschmiegt. Den wahnsinnig leckeren Geruch dieser klasse Holzarbeit und das samtig weiche Gefühl können wir euch im Moment nicht näher bringen, aber falls ihr in Aktion erleben möchtet, was das Schmuckstück in Sound und Optik so draufhat, so solltet ihr nach dem Lesen dieses Artikels unseren YouTube-Kanal besuchen, und euch unser „25 Licks, die man einfach draufhaben muss”-Video zu Gemüte führen (www.youtube.com/guitarredaktion). Denn dort seht und hört ihr, was unser Test-Baby von Jimi Hendrix und SRV, über Santana bis hin zu Randy Rhoads im Tonstudio alles kann.

Taten folgen Worten

Die Gitarre verspricht viel. Die Hölzer sind klassisch, doch die Auswahl nur das Beste. Der Korpus ist aus „Genuine Mahogany“ also aus „echtem“ Mahagoni gefertigt, um der Gitarre ein sattes Fundament zu liefern. Auf dem Korpus ist eine geflammte Ahorndecke angebracht, die für die Island-Burst-Lackierung nicht schöner gewählt sein könnte. Die Farbe ist stilvoll und graziös umgesetzt, sie mit „von Ozeanblau übergehend in cremiges Beige“ zu beschreiben wäre dezent untertrieben. Führt euch für den Farbeindruck lieber unser hier abgedrucktes Bildmaterial zu Gemüte.

Suhr Modern Satin Guitar Test 3

Schnelles Spiel

Als Hals- und Griffbrettholz wird wie bereits bei der Korpusdecke Roasted Maple verbaut, und abgerundet mit den Jumbo Bünden bedeutet das puren Spielspaß. Der Hals ist nicht zu dünn, jedoch einfach und blitzschnell zu bespielen. Dead Spots gibt es trotz der extrem niedrigen Saitenlage nicht einen. Vielmehr rast ihr aufgrund des Satin Finish bei Bedarf reibungslos durch alle Griffbrettlagen und die ergonomischen Cutaways ermöglichen euch müheloses Bespielen sogar am 22. Bund.

Was drin steckt

Die Elektronik ist simpel gehalten, erlaubt euch mithilfe des Fünf-Wege-Schalters, Master-Volume- und Master-Tone-Potis jedoch sämtliche Soundspielereien die ihr euch von einer HSH-Gitarre mit geschraubtem Hals in Strat-Form wünschen könntet. Alle Tonabnehmer sind hauseigen und liefern euch einen ausgewogenen und umfangreichen Klang. An der Stegposition findet ihr einen SSH+, am Hals einen SSV-Humbucker die sich mit ihrer Zebraoptik vorzüglich in die Insellackierung einfügen.

Suhr Modern Satin Guitar Test 1

In Mittelposition befindet sich ein ML-Singlecoil, und dieser ist um die Zebraoptik nicht nur symmetrisch, sondern zudem abwechslungsreich zu gestalten in Schwarz gehalten. Alleine der Brückentonabnehmer berechtigt die Gitarre den „Modern“-Stempel zu tragen, denn er hat zwar die Charakteristik eines Vintage-PAF-Pickups, kann jedoch mit starken Mitten und einem aufgeräumten Bassbereich alleinstehend von Blues und Classic-Rock, bis hin zu Metal alles abdecken. In der Zwischenstellung wird der Bridge-Pickup mit dem Singlecoil in der Mitte gepaart.

Hier kommt sogar ein wenig Tele-Feeling auf. Der Singlecoil alleine klingt sehr mittenbetont und setzt sich zum Beispiel bei Blues-Soli problemlos durch, er kann jedoch ebenso eurem Cleansound mehr Biss verleihen. Der Halstonabnehmer ist im Herzen ein Vintage-Tonabnehmer, jedoch mit mehr Output. So bietet er euch einerseits vorbildliche Klarheit für einen Neck-Pickup, andererseits lässt er euch durch dynamisches Spiel den Zerrgrad eures Verstärkers super filigran beeinflussen. Egal ob dynamische Blues-Soli, butterweichen Jazz oder Metal-Shred-Etüden gefragt sind, das alles ist mit dieser Gitarre lockerflockig möglich.

Der Heilige Gral

Und jetzt kommts... der Heilige Gral des Cleansounds: die Zwischenstellung von Hals und Mittelpickup – wow. Je nach Verstärker besteht eine hohe Möglichkeit, dass ihr nun nach Hendrix oder SRV klingt.

Suhr Modern Satin Guitar Test 2

Diese Position ist der drahtige Sound, den man sich von einer Strat wünscht. Modern? Kann man so sagen wenn man will, solange „modern“ bedeutet, dass die Strat gleichzeitig auch „klassisch“ kann. Mit Volume-und Tone-Poti den persönlichen Sound zu verfeinern ist problemlos möglich, aber ganz ehrlich, das ist ein grandioser Strat-Sound, den man ohne zu überlegen jederzeit nutzen und damit glänzen kann. Da macht ihr nichts falsch, sondern ganz im Gegenteil, ganz viel richtig.

Die Brücke ist ein stabiles aufliegendes Gotoh-510er-Vibrato in Chrom-Optik mit „massiven Sätteln und Tremolo-Block aus Stahl. Aufgrund der Suhr-Locking-Tuner ist somit nicht nur das Saitenwechseln ein Kinderspiel, sondern auch damit mittelstarke Whammy-Bar-Eskapaden können überdurchschnittlich stimmstabil bewältigt werden.

Suhr Modern Satin Guitar Test FactsDas bleibt hängen

Was ein geiles Suhr(f)-Brett! Suhr haben mit der Modern Satin Flame Island Burst eine außergewöhnlich schöne Gitarre mit wahnsinnig vielseitigem und durchweg grandiosem Klang auf den Markt gebracht. Dem Bühnen- und Studiomusiker mag sie vielleicht auf den ersten Blick zu schade zum rannehmen erscheinen, das sollte sie jedoch keineswegs.

Die Gitarre ist eine nahezu perfekte Gitarre mit Powerstrat-Fähigkeiten und sollte deswegen bespielt und auf die Bühne gebracht werden. Überzeugt euch selbst von der Gitarre im Video zu unserem Workshop „25 Licks, die man einfach draufhaben muss” (siehe unten), denn dort setzen wir sie für euch ein.   

Text: Konst Fischer

Den kompletten Test könnt ihr auch in guitar 5/21 nachlesen – direkt hier bequem nach Hause bestellen ...

 

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