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Test: ESP USA M-I NTB TOM Cosmos

Wenn der Redakteur die Worte ESP und USA in Verbindung bringt und freundlich zu einer Testanfrage formuliert, muss in der Regel nicht lange nachgedacht werden. Genau genommen wird dann mit der Antwort nicht mal bis zur Typenbezeichnung gewartet, schließlich kommt einem so ein Gerät nicht alle Tage unter die Finger. Auch der Paketbote scheint etwas erstaunt, so schnell wurde ihm die Tür wohl selten geöffnet.

Aus dem Karton schält sich der ESP-typische, rechteckige Form-Fit-Koffer mit aufgenieteter ESP-USA-Plakette. Das tiefblaue, plüschige Innenleben schmiegt sich perfekt an die Kontur der Gitarre an und im Deckel findt sich nochmals das ESP-USA-Logo, diesmal in gestickter Form. Neben dem eigentlichen Testobjekt findet sich im Koffer noch das Echtheitszertifikat, ein Mikrofasertuch, Einstellschlüssel, ein Aufkleber und das Datenblatt, sowie natürlich die passenden Gurtgegenstücke zu den verbauten Schaller Strap-Locks.

Jubiläum ...

Zum 45-jährigen Bestehen von ESP zaubert der Shop im Norden Hollywoods das sehr spezielle Cosmos-Finish auf ihre bekannten Modelle. Auf die durchgehend schwarze Lackierung werden von Hand feinste Metallic-Pigmente aufgebracht, so dass jede Gitarre ein Unikat darstellt. Mit den Farben Blau, Lila, Türkis, Gold-Orange und Silber geht es hier bunt zur Sache und aus etwas Distanz fühlt man sich an Bilder des Teleskops „Hubble“ erinnert. Understatement geht sicher anders, aber warum sollte zu einem Firmenjubiläum auch der nächste Schwarzton optimiert werden, man will zeigen was Sache ist. ESP USA bieten für ihre Gitarren diverse Optionen an, angefangen von Deckenhölzern über Farben, Hardware etc., bei Interesse empfehle ich einen Besuch auf der Website, es lohnt sich. Jetzt wollen wir aber mal sehen, womit wir es unter der glänzenden Oberfläche zu tun haben.

... mit besten Zutaten ...

Der durchgehende, dreistreifige Ahornhals bildet den Kern des Instruments und präsentiert sich äußerst verwindungssteif. Das Ebenholzgriffbrett und die Reverse-Kopfplatte sind mit einem einlagigen, weißen Kunststoff-Binding eingefasst und schärfen die ohnehin aggressive Silhouette nochmal zusätzlich. Im dunkelbraunen Griffbrett mit gleichmäßiger Maserung finden wir Offset-Block-Inlays, an der Griffbrettflanke sorgen schwarze Punkteinlagen zur Orientierung. Die 24 Extra-Jumbo-Edelstahlbünde sind auf Hochglanz poliert und an den Kanten perfekt verrundet. Für die Stimmung sorgen Sperzel-Trimlok-Tuner, deren Locking-Funktion über ein Daumenrad auf der Rückseite nutzbar ist. Dazu gesellt sich noch ein perfekt bearbeiteter Knochensattel. Am anderen Ende findet sich eine TonePros-T3BT-Brücke in bewährt hoher Qualität. Diese ist mit zwei kleinen Madenschrauben an ihren Haltebolzen fixiert, so dass nichts rappelt oder beim Saitenwechsel ein Eigenleben entwickeln könnte. Die Saiten werden von hinten durch den Korpus geführt, so ist sichergestellt, dass die Saiten auf der Brücke ordentlich Anpressdruck entwickeln.

... und doch so einfach

Die Tonwandlung übernimmt ein einzelner EMG 81X mit einer polierten Kappe in Schwarz-Chrom, ein Volume-Poti ist alles was man braucht. Einfach und schlicht ist ja oft ein guter Denkansatz, und wer sich mehr wünscht, wird erneut auf der Homepage fündig. Die X-Serie von EMG wurde laut Hersteller im Dynamikumfang ordentlich erweitert, ohne die klassischen Gene des etablierten EMG 81 zu verleugnen ... wir werden sehen und sind gespannt. Ihnen wird ja oft eine gewisse klinische Ausdruckslosigkeit nachgesagt, nun ja, wie immer im Bereich des künstlerischen Schaffens sind Geschmäcker und vor allem Anforderungen verschieden. Unzählige Alben mit EMGs verleiten die tobenden Massen zu heftigstem Kopfnicken, da hätte sich jetzt bei mir noch keiner über einen klinischen Sound beschwert.

Die Batterie kann über ein Flip-over-Batteriefach mit nur einem Druck geöffnet und sekundenschnell getauscht werden, eine absolut hochwertige Lösung ohne viel Gefummel und billigem Plastik. Zu guter Letzt finden wir, versenkt in der Zarge, die Klinkenbuchse im Strat-Blech. Ebenfalls eine elegante Lösung, so wird das Kabel im Winkel nach oben herausgeführt und kann zur Zugentlastung gut hinter den Gurt gelegt werden, während der Klinkenstecker weniger mechanischen Belastungen ausgesetzt ist. Ich sag nur „Power-Pose“, da kommt man sich beim klassischen Zargenblech schon mal in die Quere.

Perfektion?

Die Verarbeitungsqualität bewegt sich durchgehend auf höchstem Niveau, das pingelige Auge des Testers kann schlicht keinen Makel finden. Ganz weit vorne ist die Werkseinstellung. Hier zeigt sich, wie viel Zeit und Liebe zum Detail tatsächlich im Spiel war. Saitenlage und Spielgefühl sind schlicht über jeden Zweifel erhaben, die an den Tag gelegte Präzision ist wahrlich beeindruckend. Das schlanke Halsprofil schmiegt sich sportlich-mondän in die Greifhand, schnelle Lagenwechsel sind dank der makellosen Bearbeitung der Bundenden ein Leichtes. Die spiegelnd polierten Bündstäbchen machen Bendings zu einem Kinderspiel und die Korpuskonturen mit gewohnter Armauflage und Rippenspoiler schmiegen sich bestens austariert an den Spieler. Auch der auf Hochglanz polierte Hals wird nach längerem Spiel nicht unangenehm, haptisch passt hier einfach alles. Der akustische Klangeindruck besticht, der Mahagoni-Korpus sorgt im Verbund mit dem Ahornhals für ein feingliedrig aufgelöstes Klangbild mit bester Saitentrennung und glitzernden Höhen. Obwohl die Werksbesaitung mit einem .009 - .042er Satz recht dünn ausfällt, werden erstaunlich breite, aber ordentlich aufgeräumte Bässe präsentiert. Das Sustain ist über jeden Zweifel erhaben, die gesamte Konstruktion ist äußerst schwingfreudig und klingt gleichmäßig aus.

One-Trick-Pony?

Wie man der elektrischen Ausrichtung schon entnehmen kann, richtet sich die M-I nicht unbedingt an den Jazzer und Country-Picker, also wollen wir dem Amp doch gleich mal eine ordentliche Portion Zerre entlocken um einen gelungenen Einstieg zu schaffen. Einmal durch das Hard & Heavy-Portfolio geprügelt muss man einräumen: Ja, genau so, nicht anders. Hier verschmelzen alle Komponenten zu einem großen Ganzen und bieten Sound und Spielgefühl der Extraklasse. Schnelle, singende Linien über alle 24 Bünde werden ebenso perfekt in Szene gesetzt wie harte Rhythmusarbeit. Die vorherrschende Präzision in der Wiedergabe erzwingt sauberes Spiel und der EMG 81X fräst sich durch jeden Mix. Hier ist nichts klinisch oder flach, unterschiedliche Picking-Techniken werden mit hervorragender Dynamik in Szene gesetzt, die ganze Gitarre hängt an den Fingern und macht einfach Laune. Die Arbeit am Volume-Poti geht geschmeidig von der Hand und lässt diverse Sound-Optionen zu. Auch unverzerrt ändert sich nichts an der großartigen Darstellung, so bekommt man auch hier ein breites Feld an Möglichkeiten geboten.

Das bleibt hängen

Hier erlebt man Gitarrenbau auf höchstem Niveau. Die Selektion der Einzelkomponenten ergibt eine Gitarre der Extraklasse, wie man sie nur selten erlebt. Der Spaß ist natürlich nicht günstig, und gerade im High-End-Segment werden die Unterschiede immer geringer, aber mit viel Liebe zum Detail ist doch noch irgendwo ein Quäntchen mehr raus zu kitzeln. Absolutes Top-Niveau, schade das die nicht in meinem Wohnzimmer hängt.

Fotos: Phil Zeppenfeld

Bilder: Markus Kaffka