How To Homerecording, Folge 1: Aufnahmegrundlagen (Workshop/Tutorial)

Servus. Ihr lernt jetzt das Gitarrenaufnehmen. Welche Infos für das persönliche Vorhaben wirklich wichtig und welche Schritte tatsächlich nötig sind um an ein Ziel zu gelangen, ist bei der heutigen Informationsflut nicht nur für Einsteiger schwierig. Um euch wenigstens beim Homerecorden die weitere Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen zu ersparen, gibt es in dieser Serie die wirklich wichtigen Grundlagen aus dem Tonstudioalltag. Auf geht’s!

Auf YouTube findet ihr ab jetzt zu jeder veröffentlichten Serienfolge ein veranschaulichendes Video, das euch kurz und knackig die essenziellen Grundlagen des jeweiligen Themenschwerpunktesvor Augen führt, so dass ihr die ersten Schritte eurer Aufnahmekarriere souverän selbstständig stapfen könnt. Im Heftbeitrag findet ihr ein angehängtes Glossar, das ihr jederzeit zu Rate ziehen könnt, falls euch mal ein Wort aus dem Beitrag noch nicht geläufig ist.

Um die Praxis lockerleicht zu beherrschen, empfehle ich auf Dauer das Brot- und Butter-Vokabular zu verstehen, um es somit intuitiver anwenden zu können. Wenn ihr weitere Fragen habt oder ein Thema gerne genauer erklärt hättet, schreibt uns einfach in die Kommentare des aktuellsten YouTube-Videos dieser Serie oder an redaktion@guitar.de Wir nehmen uns eure Kommentare sehr zu Herzen, und werden nach Möglichkeit eure Anregungen in kommende Folgen mit einfließen lassen.

Nach Folge 1 wisst ihr
· was ihr für das Homerecorden benötigt
· wie ihr einen Aufnahmecomputer verkabelt
· wie ihr schließlich euer Gitarrenmeisterwerk mithilfe eures Computers aufnehmt

Was brauche ich zum Homerecorden?

Alles was ihr zum Aufnehmen benötigt ist irgendein Computer, eine beliebige DAW, irgendwelche Kopfhörer, eine externe Soundkarte und Kabel.
Über die Leistung eures angehenden Audio-Computers müsst ihr euch anfänglich keine Gedanken machen, denn ziemlich jeder eurer privaten Rechner wird grundlegende Audio-Anforderungen unbeeindruckt meistern. Die meisten Aufnahmeprogramme sind kompatibel mit Microsoft Windows oder Apple macOS, seltener, dennoch existent, sind Linux-Alternativen.

Tablets werden zwar immer mehr zu ernstzunehmendem Computer-Ersatz, Ziel ist es jedoch euch das Leben möglichst einfach zu machen, und da ihr mit DAWs auf Computern zur Großzahl von Musikern kompatibel seid, rate ich zu PC oder Mac in Laptop- oder Desktop-Form. Computer mit DAWs haben außerdem im Gegensatz zu Tablets bereits den Langzeittest auf weltweiten Tonstudio-Rechnern überstanden, und einige von euch werden nach kurzer Zeit eine Affinität zur Workflow-Optimierung durch blind funktionierende Tastenkombinationsakrobatik neigen.

Und gerade für angehende Rockstars wichtig: Die Leertaste bleibt selbst im rock’n’rolligsten Moment unverfehlbar. Die Hardware-Schnittstelle zwischen digitaler und analoger Welt wird durch externe Soundkarten gelöst, die mit dem fancy Namen „Interface“ betitelt wurden. Interfaces haben meistens Klinken-, XLR- oder Midi-Ein- und Ausgänge, und werden per USB- oder einem anderen Datenkabel mit dem Rechner verbunden.

Wie nehme ich Gitarren auf?

Gitarren nimmt man auf verschiedene Arten und Weisen auf. E-Gitarren und E-Bässe oder tonabnehmergestützte Akustikinstrumente kann man direkt mit dem Interface verkabeln, für Verstärker und Akustikgitarren oder -bässe nutzt man in der Regel Mikrofone. Verstärker werden zudem immer öfter über Load-Boxen angeschlossen, und immer mehr Amps oder Gitarrenvorverstärker haben Direktausgänge.

Da ich die erste Folge möglichst einfach halten möchte, beim Direktanschluss von Instrumenten jedoch etwas mehr ins Monitoring-Thema eintauchen müsste, nehmen wir als erstes unseren Übungsverstärker ganz alte Schule über ein Mikrofon auf. Man kann grundsätzlich jedes Mikrofon mit XLR-Anschluss hernehmen, ich persönlich nutze für Gitarrenverstärker jedoch meistens dynamische Mikrofone, für Akustikgitarren bevorzuge ich Kondensatormikrofone. Von Bändchenmikrofonen rate ich anfangs ab, da sie sehr speziell klingen, und oft nicht so robust sind wie dynamische Mikrofone oder gar Kondensatormikrofone. Die besten Ergebnisse bei der Abnahme von Amps erziele ich meist mit der Platzierung eines dynamischen Mikrofons mittig vor der Lautsprechermembran mit einem Abstand von circa 6,66 Zentimetern.

Wie verkabele ich das Mikrofon mit meinem Computer?

Bei Verkabelungen hilft es immer sich den Weg des Signals vorzustellen. Also Mikrofon vor den Verstärker stellen, XLR-Kabel mit dem weiblichen Ende am Mikrofon anschließen, das männliche Ende am Interface in einen XLR-Eingang oder eine Kombibuchse mit Mikrofon-Vorverstärker einstecken. Falls noch nicht geschehen, das Interface mit dem Datenkabel an eurem Computer anschließen, und Interface mit Netzteil noch mit dem Strom verbinden. Verwendet ihr ein Kondensatormikrofon, so betätigt ihr nun noch die Phantomspeisung. Nach dem Einpegeln könnt ihr nun eure ersten Aufnahmen tätigen. Kopfhörer anschließen, und dem Hit-Song steht nichts mehr im Weg.

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ihr das Medium wechselt, und ich euch die Aufnahmepraxis zeige. Wir sehen uns auf dem guitar-YouTube-Kanal, und lesen uns in der nächsten Folge, viel Spaß beim Rocken.

Text: Konst Fischer