How To Homerecording, Folge 2: Plugins (Workshop/Tutorial)

Ich freu’ mir ’nen Ast, die Serie fruchtet jetzt schon! Eure Nachrichten haben mich tierisch gefreut. Falls ihr noch nicht im Thema seid, einfach auf dem guitar-YouTube-Channel einen kurzen Blick auf „How To Homerecording: Folge 1“ werfen, und falls es weitere Fragen gibt oder ihr ein Thema gerne detaillierter erklärt hättet, kommentiert das aktuellste YouTube-Video dieser Serie oder schreibt an red@guitar.de. Ziel von „How To Homerecording“ ist, wirklich jedem auf simpelste Art und Weise die Aufnahmepraxis nahezubringen. Eines meiner Lieblings-Feedbacks war: „Sehr nice geschrieben ... wenn ich’s check, dann die anderen auch.“ Ziel erreicht – Folge 2!

Auf YouTube und Facebook findet ihr zu jeder veröffentlichten Folge ein veran- schaulichendes Video, das euch kurz und knackig die essen- tiellen Grundlagen des jeweiligen Themas aufzeigt, damit ihr eigene Aufnahmen selbstständig souverän angehen könnt. In jedem Heftbeitrag findet ihr zudem ein Glossar, das ihr jederzeit zu Rate ziehen könnt, wenn euch mal ein Wort aus dem Beitrag noch nicht geläufig ist.

Um die ultimative Coolness vor Mitmusikern auszustrahlen und im Recording-Alltag entspannt eine Problemlösung nach der anderen aus dem Ärmel schütteln zu können, tut euch selbst den Gefallen und verinnerlicht auf Dauer die möglichst kurzgehaltenen Fachbegriffe aus den Wortverzeichnissen. Seit Folge 1 wisst ihr, welches Equipment ihr zum Aufnehmen benötigt und ob euch überhaupt noch etwas zum Betreiben eines vollwertigen Audio-Rechners fehlt. Ihr beherrscht das Verkabeln eures Aufnahmecomputers, und insofern ihr ein Mikrofon zu Hause habt, habt ihr sicher bereits die erste Auf- nahme getätigt.

Nach Folge 2 könnt ihr

· eure E-Gitarre/euren E-Bass ohne Verstärker abhören und aufnehmen

· die Vorteile von Gitarren- Verstärker-Plug-Ins verstehen

· Verstärker-Plug-Ins anwenden

Let’s Go!

Soweit so gut, die Gretchenfrage ist doch aber:

Wie höre ich meine E-Gitarre?

Heute stecken wir uns direkt am Interface an. Sobald ihr eure E-Gitarre direkt am Interface anschließt, hört ihr erstmal nichts – sofern alles richtig eingestellt ist. Das sanfte Zirpen der E-Gitarren-Saiten lassen natürlich im stillen Zimmer das Üben zu, sobald man jedoch einen Kopfhörer aufsetzt oder Backing-Tracks auf Lautsprechern laufen lässt, so verstummt dieses. Soll die Gitarre über Kopfhörer oder Lautsprecher laut oder leise erklingen, also um uns selber abhören zu können, so müssen wir das Monitoring aktivieren. Es gibt drei Arten des Monitorings: das Direct-, das DSP- und das DAW-Monitoring. Hört ihr durch die DAW ab, so bietet sich der grandiose Vorteil, eure Effekte der DAW in Echtzeit nutzen zu können. Viele Effekte eignen sich hierfür, und vor allem Verstärker-Plug-Ins sind fast immer dafür optimiert.

Warum ist es toll, Plug-Ins zu nutzen?

Hört ihr das Gitarrensignal direkt oder gänzlich ohne Effekte über die DAW ab, so hört ihr ausschließlich das natürliche Gitarrensignal, das aus eurer Gitarrenbuchse kommt. Dieses wird als Instrumenten-, Direkt- oder DI-Signal bezeichnet, eben das Signal, das ihr normalerweise in euren Gitarrenverstärker schickt. Euer Instrumentensignal beeinflusst ihr selbstverständlich mit Tonabneh- merstellungen, Volume-, Tone- und allen weiteren Potis, doch nach Rockstar- Traum klingt das selbst für den cleansten Clean-Sound-Fetischisten nicht.

Der amtliche Sound

Gitarrenverstärker verändern Instrumentensignal- Sounds extrem, und das ist so gewollt. Gitarrenverstärker geben Gitarren ja erst den Klang, den wir anstreben. Soll das Instrumenten- signal also mit einem amtlichen Gitarrensound ver- sehen werden, so kommen Gitarrenverstärker oder Gitarrenverstärker-Modeler ins Spiel. Diese kosten jedoch Geld. Stellt euch vor, ihr hättet einen quasi kostenlosen Gitarrenverstärker-Modeler, auf dem ihr unterschiedliche Softwares diverser Hersteller laufen lassen könnt. Besitzt ihr einen Aufnahmecomputer mit Aufnahmeprogramm und Interface: Herzlichen Glückwunsch, denn ihr habt einen solchen!

Plug-Ins in der DAW

Verschiedene DAWs werden mit unterschiedlichen Plug- Ins ausgeliefert und fast alle DAWs kann man mit Drittanbieter-Plug-Ins nach persönlichem Geschmack erweitern. Einen preisgünstigen Gitarren-Modeler mit ausgewählter Software nach eigenem Geschmack kann man sich somit easy zusammenstellen. Alle bei der Aufnahme verwendeten Gitarrensounds sind jedoch nicht nur aufs Aufnehmen beschränkt, denn wenn gewollt, könnt ihr dieselben Sounds mit demselben Setup auch live verwenden. Das Plug-In Steinberg AmpSimulator wird zum Beispiel als Stock-Plug-In der DAW Cubase LE 10 mitgeliefert, eine Lizenz dafür findet
ihr im KEYS-Special-Heft 01/2019. AmpSimulator bietet für Soundfetischisten zwar nicht die ultimative Boutique-Vintage-Gitarrenverstärkersimulation, jedoch ist das ein absolut ernstzunehmendes Plug-In. Hervorragend erlernt und versteht ihr damit das Thema Verstärker-Plug-Ins, und falls es den persön- lichen Sound-Geschmack nicht trifft, so kann man eben auf dem eigenen Com- puter jedes von der DAW unterstützte Drittanbieter- Plug-In installieren. In Cubase LE 10 zum Beispiel sind das 64-Bit-VST-Plug-Ins, diese sind oft sogar als kostenlose Testversionen zur sofortigen Anwendung downloadbar.

Wie nutze ich Verstärker-Plug-Ins? Erneut ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ihr das Medium wechselt, und ich euch auf YouTube die Praxis zeige. Wir sehen uns auf dem guitar-Channel, und lesen uns in der nächsten Folge. Viel Spaß beim Rocken!

Autor: Konst Fischer