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Keeley Compressor Mini (guitar Test)

Keeley-Pedale erfreuen sich großer Beliebtheit, nicht zuletzt wegen Robert Keeleys legendären Mods bei Klassikern wie dem TS-9. 2001 hat Keeley einen eigenen Kompressor auf den Markt geworfen, der direkt ein Verkaufsschlager wurde. 20 Jahre später liegt der Compressor Mini in der Wiege und stellt sich dem Test.

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Das Erfolgsrezept für eine Pedalschmiede ist in den meisten Fällen eine Kombination aus Erfahrung, außergewöhnlichen Designs und, na klar, erstklassigen Sounds. Letztere sind bei Overdrives und Distortions deutlich einfacher zu kategorisieren und einfacher zu erfassen. Modulationseffekte oder Kompressoren sind deutlich subtiler, zumindest wenn man nicht volle Lotte alles reindreht. Und genau diese Subtilität ist, was einen Kompressor zu einem guten Kompressor macht. Ganz grundsätzlich sorgt ein Kompressor dafür, dass zu leise Signale angehoben, zu laute Signale dagegen abgeschwächt werden, sodass ein homogeneres Klangbild mit weniger starken Ausschlägen entsteht. Im Studio ist das ein gängiger Effekt, gerade eine Akustikgitarre oder eine cleane E-Gitarre profitieren von einem dezent komprimierten Klangbild.


Typisches Einsatzgebiet eines Kompressors wäre die Country-Band mit cleaner bis maximal leicht angezerrter Telecaster. Da wird es am Steg durchaus mal richtig spitz und … naja … einfach zu knallig. Der Kompressor verdichtet das Signal, sodass das Boom-Chacka-Boom in Luther-Perkins-Manier genau wie die Banjo-Rolls nicht die Trommelfelle strapazieren, sondern mit ordentlich Twang und Speck auf den Hüften angeschossen kommen. Aber eben subtil, ohne dass der ganze Spaß das Pumpen anfängt.

Wer starke und schwache Signale angleicht, begrenzt zwangsläufig den dynamischen Umfang des Signals und das wollen wir als Gitarristen nicht, oder zumindest nur in klar definierten Spielräumen. Klar ist nämlich auch, dass ein Kompressor einem beim Spiel ein wenig unter die Arme greift, er trägt einen auch durch flotte Licks ein wenig angenehmer. Keeleys Compressor Mini ist ein Paradebeispiel für die musikalische Umsetzung der Kompressor-Thematik. Im Mini-Format und mit nur zwei Knöpfen ausgestattet ist der Compressor Mini in jedem Fall gitarristenfreundlich konzipiert und sollte auch auf vollen Boards noch Platz finden. Die üblichen Input- und Output-Buchsen sind ebenso vorhanden, rechts geht’s rein, links wieder raus, ein Batteriebetrieb ist aufgrund des Mini-Formats nicht möglich, damit kann man sich arrangieren. Geschaltet wird mit einem stabilen Schalter, eine blaue LED gibt Auskunft über den Betriebszustand. Da es sich um ein True-Bypass-Pedal handelt, geht das Signal bei deaktiviertem Effekt von Input direkt zu Output, wird also nur durch die Schaltung geleitet, wenn es das auch braucht.

keeley factsDie Regelmöglichkeiten sind dabei so überschaubar wie effektiv. Level regelt den Pegel des Signals. Da ein Preamp integriert ist, kann das Signal auch angehoben werden. Comp regelt den Anteil der Kompression am Signal. Bei Linksanschlag von Comp gibt es eine dezente Kompression, das Signal wird angedickt und tragfähiger, die Lautstärke ist feinfühlig über Level anpassbar. So lässt sich eine röhrenähnliche Kompression einstellen, auch ein Boost-Effekt mit Kompression (Preamp sei Dank) kann problemlos eingestellt werden. Dreht man Comp auf Rechtsanschlag, dann beginnt der Compressor Mini richtig zu arbeiten, der Dynamikbereich ist hier klar eingeschränkt, die Licks sind dafür punktgenau, dick und knackig. Zwischen diesen Extremen bewegt man sich, Crunch- und Cleansounds profitieren erwartungsgemäß am meisten, ihnen wird mehr Kraft, Frische und Attack verliehen.

Das bleibt hängen

Bis vor kurzem stand ein Kompressor nicht unbedingt auf meiner Wunschliste, der Keeley Compressor Mini hat mich eines Besseren belehrt. Es macht einfach Spaß, wenn cleane Licks mit mehr Schmatz um die Ecke kommen, ohne dabei angezerrt zu sein. Auch Crunch-Sounds, die für Soli mit einer Portion Kompression versehen werden, machen das Blues-Lick-Leben komfortabler. Kurzum: der Compressor Mini macht, was er soll erstklassig und könnte zum Immer-an-Kollegen avancieren. Wenn das nicht reicht, was dann? Top!

Stephan Hildebrand

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