Facbook guitar Magazin guitar auf Instagram guitar Magazin auf Youtube

Werbung

Im Test: La Mancha Arce

Flammen aus der Thermoskanne

La Mancha präsentieren mit der neuen Arce aus rECOtimber-Hölzern eine attraktive Klassikgitarre, die zu einem fairen Kurs eine ganze Menge Klang anbietet.


262053 01 lm arce front

Klassikgitarren des unteren bis mittleren Preissegments fristen leider allzu oft ihr Dasein abgestempelt als Anfängergitarren. Woran das liegen mag, darüber kann man nur mutmaßen. Dass diverse Discounter komplette Nylonstring-Sets pünktlich zu Weihnachten für 50 Euro raushauen, dürfte diesem Umstand jedoch zuträglich sein. Dabei kommt es gerade bei Gitarren, die für Anfänger und etwas fortgeschrittenere Gitarristen konzipiert sind, auf eine tadellose Verarbeitung an. Schließlich soll man (und Frau) Spaß am Instrument haben.

Eine der Marken, die sich in diesem Bereich stets vorbildlich präsentieren und dafür auch von der EGTA (European Guitar Teachers Association) regelmäßig empfohlen wird, ist La Mancha.

Auch unser vorliegendes Testmodell, die La Mancha Arce, macht hier keine Ausnahme, sondern ist eher als vorbildlich zu betrachten. Sie hat nicht nur eine attraktive Optik mit thermobehandelten Hölzern zu bieten (Boden & Zargen aus toll gemasertem Ahorn, Decke aus massiver, deutscher Fichte), auch ihre Verarbeitung und die Bespielbarkeit bieten keinen Anlass zum Tadel. Der Hals wird aus thermobehandeltem Kirsch-Holz gefertigt, das Griffbrett aus Eukalyptus. Dem Hals hat man eine Carbon-Verstärkung im Innern spendiert, was äußerst effektiv gegen Verwindungen hilft.

Der Hals wurde in spanischer Bauweise angesetzt. Dabei werden die gebogenen Zargen in passende Schlitze am Halsfuß eingepasst, erst danach werden Boden und Decke angebracht. Diese Methode geht auf Antonio De Torres zurück und gilt nach wie vor als die hochwertigste Methode im Klassikgitarrenbau, was die Verbindung von Hals und Korpus angeht. Vorteil dabei ist, dass die Holzfasern im Hals bis zum Ende durchgehen, hier also kein unterbrochener Faserverlauf der Schwingung in irgendeiner Weise im Weg stehen könnte.

262053 04 lm arce head

Das Griffbrett aus Eukalyptus beherbergt 19 Bundstäbchen, eine Griffbrettwölbung ist Klassikgitarren-typisch nicht vorhanden, das Griffbrett also flach. Die Bundstäbchen sind allesamt akkurat verarbeitet, die Bundfüße wurden ausgeklinkt, ein dunkel abgetöntes Ahorn-Binding umschließt das Griffbrett – dezent, aber stimmig! Als einziges Schmuckelement ist eine schicke Schalllochrosette eingelassen. Das Eukalyptusholz des Griffbretts findet sich am Steg wieder, hier allerdings deutlich dunkler. Besagter Steg trägt eine Stegeinlage aus Knochen, der Sattel besteht ebenfalls aus Knochen. Die Saiten werden am Steg mithilfe einer Doppellochbohrung fixiert, an der Kopfplatte halten namenlose vergoldete Klassik-Mechaniken mit schwarzen Kunststoff-Flügeln die Saiten. Die Mechaniken an sich funktionieren tadellos, wenngleich auch ein wenig schwergängiger als andere Vertreter, alles aber noch im Rahmen, das passt. So lässt sich in jedem Fall präzise stimmen, auch ein versehentliches Verdrehen der Knöpfe ist so eher nicht zu befürchten.

Nachdem die Arce also flugs und präzise in Stimmung gebracht ist, darf man die volle Aufmerksamkeit auf Klang und Bespielbarkeit richten. Das Grund-Timbre ist von kräftiger Natur, die Höhen präsentieren sich schlank und durchsetzungsfähig, ein breit aufgestellter Mittenbereich legt ein kraftvolles Fundament. Komplettiert wird das Frequenz-Ensemble durch Bässe, die zwar knackig sind, aber nicht zu dominant auftreten. Selbstredend lässt sich der Klang durch Anschlagsdynamik, Anschlagsposition und die Wahl zwischen Kuppen- und Nagelanschlag in jeder Weise variieren. Auch das Spiel mit dem Plektrum darf man der Arce durchaus einmal antun, wenngleich sie tatsächlich eher die „echten“ Klassikgitarristen aller Könnensstufen im Blick hat. Gerade im Vergleich zu modern designten und sowohl Bühne als auch Studio im Blick habenden neuen Entwürfe à la Cordoba oder Ortega, ist die Arce doch deutlich traditioneller aufgestellt.

262053 02 lm arce back

Das bleibt hängen

La Mancha bleiben ihrem guten Ruf treu und so bietet auch die Arce aus der rECOtimber-Serie eine ganze Menge Gitarre für einen attraktiven Preis. Ja, sie ist eine Ecke teurer als die Discounter-Geige im Doppelpack für 50 Euro, dafür ist sie aber auch ein ernstzunehmendes Instrument, das Spielspaß und Vergnügen bietet und so dem aufstrebenden Gitarristen ein ideales Werkzeug an die Hand gibt. Übrigens ist sie nebenbei eine tolle Erweiterung des Stahlsaiten- und E-Gitarrenarsenals. Ausprobieren!

Siggi Harringer

Fakten:
Herkunft                     China

Boden/Zargen            Flamed Maple, gesperrt, thermobehandelt

Hals                            Kirsche mit Karbonverstärkung, thermobehandelt

Halsprofil                    C/D-Profil, kräftig

Griffbrett                    Eukalyptus, thermobehandelt

Griffbrettradius          0“

Sattelbreite                52 mm

Bünde                         19 Medium

Mensur                       25,59“/650 mm

Steg                             Eukalyptus, thermobehandelt

Linkshändermodell    nein

Internet                      www.lamanchaguitars.com

Empf. VK-Preis           519,- €

Preis-Leistung             4,5/5

Auch als E-Paper

aktuelles guitar Magazin

Cover guitar - Magazin

Auch als E-Paper

guitar Sonderhefte

guitar Sonderhefte

Auch als E-Paper

guitar acoustic

guitar acoustic

Werbung
rolex daytona replica
Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.